Schichtdickenprüfung nach DIN EN ISO 2808

Zerstörende und zerstörungsfreie Messverfahren für die Qualitätssicherung beschichteter Oberflächen in der industriellen Fertigung.

Mikroskopische Aufnahme einer beschichteten Metalloberfläche mit Schichtdickenmessung

Qualitätssicherung in der Beschichtungstechnik

Prüfmethoden und Normenkonformität

Nach DIN EN ISO 2808 und ergänzenden Standards für industrielle Fertigungsprozesse
01

Schichtdickenmessung nach DIN EN ISO 2808

Zerstörungsfreie und zerstörende Verfahren zur Bestimmung der Nass- und Trockenschichtdicke auf metallischen Substraten. Kalibrierung der Prüfgeräte nach Werksnorm, statistische Auswertung der Messreihen für die Serienproduktion.

Anwendbar auf Lacke, Pulverbeschichtungen und Konversionsschichten.
02

Haftfestigkeitsprüfung mittels Gitterschnitt

Bewertung der Haftung zwischen Beschichtung und Substrat nach DIN EN ISO 2409. Systematische Analyse von Trenn- und Ablöseerscheinungen unter definierten Schnittmustern. Dokumentation der Ergebnisse für Auditierungen nach IATF 16949.

Geeignet für Primer, Zwischen- und Deckbeschichtungen auf Stahl und Aluminium.
03

Korrosionsschutzprüfung im Salzsprühtest

Beschleunigte Alterung von Mehrschichtsystemen nach DIN EN ISO 9227. Bewertung der Barrierewirkung von Primer, Zwischenbeschichtung und Decklack unter definierten Klimabedingungen. Protokollierung der Schädigungsfläche und des Unterwanderungsgrades.

Einsatz in der Qualifikation von Beschichtungen für Chemieanlagen und Offshore-Strukturen.
04

Oberflächenvorbehandlung und Rauheitsmessung

Einfluss von Reinigungsgrad, Strahlmittelkorngröße und chemischer Aktivierung auf die Haftzugfestigkeit. Messung der Rautiefe nach DIN EN ISO 4287 zur Sicherstellung einer reproduzierbaren Haftungsbasis. Fehleranalyse bei unzureichender Entfettung oder falscher Profilierung.

Voraussetzung für die Freigabe von Beschichtungsprozessen in der Automobilzulieferindustrie.
05

Mehrschichtsysteme: Aufbau und Schichtdickenverteilung

Systematische Prüfung der Einzelschichtdicken in Primer-, Zwischen- und Deckbeschichtung. Bewertung der Wechselwirkungen zwischen den Schichten und der UV-Alterungsbeständigkeit. Statistische Prozesskontrolle zur Minimierung von Schichtdickenschwankungen in der Serienfertigung.

Anwendung im Industrieanlagenbau und in der Luftfahrtindustrie.
06

Prüfprotokolle und Dokumentation für Zertifizierungen

Erstellung normenkonformer Prüfberichte mit Angabe der Messverfahren, Kalibrierdaten und statistischen Kennwerten. Integration der Ergebnisse in Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 und IATF 16949. Rückverfolgbarkeit der Prüfmittel und Messergebnisse für externe Audits.

Grundlage für die werkseigene Produktionskontrolle und die Freigabe von Beschichtungssystemen.

Bildmaterial aus der Prüfpraxis

Visuelle Nachweise zur Schichtdicken- und Haftungsprüfung

Mikroskopische Aufnahme einer Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409
Gitterschnittprüfung

Rissbild nach DIN EN ISO 2409

Mikroskopische Aufnahme der Gitterschnittkanten an einer beschichteten Stahlplatte. Die Auswertung erfolgt nach Klasse 0 bis 5 anhand der Abplatzungen entlang der Schnittlinien.

Wirbelstrom-Messgerät zur Schichtdickenbestimmung auf Aluminiumsubstrat
Schichtdickenmessung

Wirbelstromverfahren nach DIN EN ISO 2808

Portables Messgerät zur zerstörungsfreien Bestimmung der Nass- und Trockenschichtdicke. Die Kalibrierung erfolgt auf dem jeweiligen Substratmaterial vor der Serienmessung.

Querschliff einer Mehrschichtbeschichtung im Rasterelektronenmikroskop
Mehrschichtsystem

Schichtaufbau im Querschliff

REM-Aufnahme eines Primer-Zwischenbeschichtung-Decklack-Systems. Die Einzelschichtdicken werden mittels Bildanalyse softwaregestützt ausgewertet und mit den Sollwerten abgeglichen.

Salzsprühtestkammer für Korrosionsprüfungen nach DIN EN ISO 9227
Korrosionsprüfung

Salzsprühtest nach DIN EN ISO 9227

Beschichtete Prüfplatten nach 240 Stunden in der Salzsprühtestkammer. Die Bewertung erfolgt anhand der Unterwanderung am Ritz und der Blasenbildung auf der Fläche.

Haftzugprüfgerät mit aufgedampftem Stempel auf beschichteter Oberfläche
Haftzugprüfung

Abzugversuch nach DIN EN ISO 4624

Prüfstempel auf einer ausgehärteten Beschichtung. Die Haftzugfestigkeit wird in MPa gemessen und das Bruchbild (kohäsiv/adhäsiv) dokumentiert.

Oberflächenprofilometer zur Rauheitsmessung vor der Beschichtung
Rauheitsmessung

Oberflächenprofil nach Vorbehandlung

Tastschnittgerät zur Ermittlung der Rautiefe Rz und des gemittelten Rauheitswerts Ra. Die Werte dienen als Eingangsparameter für die Haftungsprognose der Beschichtung.

Qualitätssicherung in der Beschichtungstechnik

Bewertungskriterien und Prüfverfahren für industrielle Oberflächenbeschichtungen nach DIN EN ISO 2808.

Schichtdicke
±2,5 µm
Messunsicherheit nach DIN EN ISO 2808 für magnetinduktive Verfahren an Stahlsubstraten.
Prüfmittelkalibrierung
Die zulässige Abweichung von Referenznormalen beträgt maximal 1 µm bei einer Messfeldgröße von 10 mm². Die Kalibrierung erfolgt nach Werksnorm WN 2023-04.
Haftfestigkeit
GT 0
Gitterschnittkennwert nach DIN EN ISO 2409 für epoxidharzbasierte Primer auf sandgestrahlten Flächen.
Vorbehandlungsprotokoll
Strahlmittelkorngröße 0,2–0,5 mm, Aluminiumoxid, Rauhtiefe Rz 45–60 µm. Reinigung mit alkalischem Entfetter bei 55 °C.
Korrosionsschutz
720 h
Beständigkeit im Salzsprühtest nach DIN EN ISO 9227 ohne Unterwanderung am Ritz.
Mehrschichtsystem
Aufbau: Zinkstaub-Primer 60 µm, Epoxid-Zwischenbeschichtung 80 µm, Polyurethan-Decklack 50 µm. Gesamtschichtdicke 190 µm ± 10 µm.
Prüfintervall
4 h
Zykluszeit für vollständige Schichtdickenmessung an 20 Messpunkten pro Bauteil in der Serienfertigung.
Statistische Prozesskontrolle
Cpk-Wert ≥ 1,33 für alle Schichtdickenmerkmale. Stichprobenumfang n=5 pro Charge. Dokumentation im Prüfprotokoll PP-2024-09.
Normenkonformität
DIN EN ISO 2808
Zerstörende und zerstörungsfreie Messverfahren für Nass- und Trockenschichtdicken.
Verfahrensauswahl
Wirbelstromverfahren für Aluminiumsubstrate, magnetinduktiv für Stahl. Mikroskopische Querschliffe als Referenzmethode bei Schichtdicken unter 20 µm.
Auditierung
IATF 16949
Nachweisführung der Prozessfähigkeit für Beschichtungsprozesse in der Automobilzulieferkette.
Prüfmittelüberwachung
Rückführbare Kalibrierung aller Schichtdickenmessgeräte auf DKD-Normale. Intervall 6 Monate. Abweichungstoleranz ±1 % vom Messwert.

Weiterführende Normen und Verfahren

Dokumente und Prüfmethoden zur Schichtdickenmessung und Haftfestigkeitsbewertung

DIN EN ISO 2409 – Gitterschnittprüfung Bewertung der Haftfestigkeit von Beschichtungen auf metallischen Substraten. Die Norm legt das Schneidwerkzeug, den Schnittabstand und die Bewertungsklassen fest. Für Schichtdicken unter 60 µm wird ein Schnittabstand von 1 mm empfohlen, für dickere Schichten 2 mm. Die Auswertung erfolgt mittels Klebebandabriss und mikroskopischer Beurteilung der Gitterkanten.

DIN EN ISO 9227 – Salzsprühtest Beschleunigte Korrosionsprüfung für Beschichtungssysteme in aggressiven Umgebungen. Die Prüfkammer wird mit einer 5%igen Natriumchloridlösung bei 35 °C betrieben. Die Bewertung erfolgt nach definierten Zeitintervallen (24 h, 48 h, 72 h, 168 h) anhand der Durchrostungsfläche und Unterwanderung am Ritz. Die Ergebnisse dienen der Freigabe von Beschichtungen für Chemieanlagen und Offshore-Konstruktionen.

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