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Die erste Woche nach der Umstellung auf ein neues Prüfprotokoll für Schichtdickenmessungen nach DIN EN ISO 2808 verlief nicht ohne Überraschungen. Das Team hatte sich vorgenommen, die Wirbelstromverfahren für Aluminiumsubstrate zu standardisieren, nachdem in der Vorserie Abweichungen von bis zu 12 µm aufgetreten waren. Die Entscheidung fiel auf ein tragbares Gerät mit integrierter Statistikfunktion, das direkt im Fertigungsfluss eingesetzt werden kann.
Bereits am zweiten Tag zeigte sich, dass die Kalibrierung auf dem Referenznormal alle zwei Stunden notwendig ist, um die geforderte Wiederholpräzision von ±1,5 µm zu erreichen. Einige Mitarbeiter meldeten zurück, dass die Bedienoberfläche des neuen Messgeräts weniger intuitiv sei als erwartet – insbesondere die manuelle Eingabe der Materialkorrekturfaktoren führte zu Verzögerungen. Daraufhin wurde ein kurzes Einweisungsblatt mit Screenshots erstellt, das die drei häufigsten Einstellungen abdeckt.
Am dritten Tag fiel bei der Auswertung der ersten 50 Messpunkte auf, dass die Streuung an Bauteilkanten systematisch höher lag als in der Fläche. Eine kurze Messreihe bestätigte den Verdacht: Der Randabstand von weniger als 10 mm verfälscht das Signal. Das Prüfprotokoll wurde um eine Randbedingung ergänzt – Messungen im Abstand von mindestens 15 mm zur Kante sind nun verbindlich. Die Anpassung kostete keine zusätzliche Zeit, da die Prüfpositionen bereits im CAD-Modell hinterlegt waren.
Bis zum Ende der Woche hatte das Team 210 Messungen durchgeführt, davon 18 außerhalb der Toleranz. Die Ausreißer betrafen ausschließlich Bauteile, die nach einer manuellen Nacharbeit lackiert worden waren. Dies führte zu einer Diskussion über die Prozesssicherheit der Nacharbeitsstation. Als Konsequenz wird ab der kommenden Woche jede Nacharbeit mit einem separaten Chargenlabel versehen, sodass die Messergebnisse eindeutig zugeordnet werden können.
Die erste Woche hat gezeigt, dass die Umstellung auf ein neues Messverfahren weniger von der Technik als von den Randbedingungen im Fertigungsalltag bestimmt wird. Die gewonnenen Erkenntnisse – Kalibrierintervall, Kantenabstand und Nacharbeitsverfolgung – fließen nun in die überarbeitete Arbeitsanweisung ein. Der nächste Schritt ist die Validierung der neuen Parameter an einer Serie von 500 Bauteilen, um die statistische Prozesskontrolle aufzusetzen.